Verächtlichkeit

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Verächtlichkeit ist die unscheinbarere kleine Schwester der Verachtung.

Einmal das Augenmerk auf sie gelegt, fällt auf, wie häufig sie in uns spricht. Jeder und jede fast kennt sie, manchmal denkt man sie nur leise, manchmal gibt man ihr durch Blicke oder Körperhaltung, durch Stimme oder Worte Ausdruck. Sie dient der Abgrenzung. Warum brauchen wir sie so oft?

Einmal, so fällt mir auf, wollen wir dadurch ein uns widerfahrenes Unrecht, eine uns widerfahrene Mißachtung kommunizieren. Aber so, dass wir uns scheinbar drüberstellen. Indem wir etwas Verächtlichkeit-Inspirierendes in anderen entdecken, denen es augenscheinlich besser geht, die uns in etwas überlegen sind, außer Reichweite scheinen, die uns Angst machen durch ihre Andersartigkeit oder Überlegenheit.

Wenn man in einer Therapiestunde als Therapeut mit Verächtlichkeit des Klienten konfrontiert ist, wie geht man damit um? Man wird sich gewahr, wie es einem selber geht, wenn man verächtlich ist: Nicht gut. Eine Verletzung ist passiert, eine Mißachtung ist widerfahren. Das will sich ausdrücken. Was ist die Heilung? Die Achtung, die Anerkennung dieser Verletzung. Das Wiederbewusstmachen des Selbstwertes.

Und was ist das Gegengift zur eigenen Verächtlichkeit? Sofern möglich, auszusprechen, was einen verletzt (hat) demjenigen Gegenüber oder einem geneigten Ohr gegenüber. Es aufzuschreiben. Das Schmerzvolle identifizieren. Weinen. Dem Schmerz Raum geben somit.

Und vorbeugend: sich mehr auf das zu konzentrieren, was einen begeistert. Sich Situationen und Menschen suchen, die einen begeistern, fordern, konfrontieren.

Eine Umarmung.

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