Therapeutisches Schreiben – Basics

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Heute geht es um hilfreiche Voraussetzungen, quasi die Basics:

Es beginnt im Moment.

Es kann nur im Moment beginnen.
Die Frage ist also: Wie schafft man den Einstieg in den Moment?
Wenn es Ängste sind, die dich hindern, wenn es 100 Sachen um dich gibt – dann schreib darüber.

Wenn man in Bedarf von Tröstung oder Aufmunterung ist, kann es hilfreich sein, sich selbst mit Namen anzusprechen, so mit sich zu reden, als wäre man ein kleines Kind, dem es gerade nicht gut geht, das man aufmuntern, aufheitern, trösten will. Viel zu selten eigentlich lässt man sich diese Art von Zuwendung angedeihen – viel öfter ist man streng und gemein und beschimpfend zu sich.

Keine Zensur

Nicht beim Schreiben daran denken was das Publikum / die Leser denken könnten oder etwaige Fremde, Familie, Frenemys. (Das gilt besonders dann, wenn Teile des Geschriebenen für eine Öffentlichkeit verwertet werden sollen – sei es für einen Blogeintrag, einen Vortrag, ein Buch – aber auch ohne diese Voraussetzungen finden innere Zensoren ihre Wege …) Nichts hemmt so sehr wie das – und Vergleich.
Sich immer wieder bewusst davon befreien beim Schreiben – wenn nötig mit einigen starken Worten.

Sich überraschen lassen

Das ist das Schönste – es passiert. Nicht pedantisch bei einem Thema bleiben, bei dem Thema, das man sich vorgenommen hatte zu untersuchen. Die Schreibe hinfließen lassen, wo sie hinfließen will. Sonst hemmt man ihren Fluss. Und der Flow ist es, worum es eigentlich geht. Er ist die Belohnung.

Experimentieren

Was macht der Rahmen mit der Schreibe? Ein großes Format – ein sehr kleines Format? Breitet man sich großformatig mehr aus? Kommt man kleinformatig schneller auf den Punkt?
Besorge dir Notizhefte und Stifte, mit denen das Schreiben Spaß macht. Manche bevorzugen linierte, andere brauchen unlinierte Hefte. Welche Papierqualität sagt dir zu? Ja, Schreiben ist auch ein sinnliches Erlebnis – oder kann es sein. Schreibst du gerne mit Kugelschreiber, Bleistift, oder ist nur Füllfeder das Wahre für dich?

Umgebung

Manchmal möchte man beim Schreiben weinen. Dann ist es besser, wo zu sein, wo man das tun kann.
Für anderes Schreiben ist die anregende Atmosphäre zum Beispiel eines Cafés wichtig. Das Alleinsein ohne allein zu sein.

Nimm dir den Raum und die Zeit

Ja, sei so verdammt egoistisch. Es wird dir und deiner Umgebung zum Vorteil gereichen, wenn du als erfrischtes, neugefundenes Wesen wieder auftauchst. Schreiben ist Meditation. Therapeutisches Schreiben, Selbsttherapie durch Schreiben wirkt wie Meditation. Sie verdient: Einen Platz, einen Ort, Zeit, wo dich niemand stört. Es gibt genug ablenkende Gedanken. Der Geist findet immer Sachen, an denen er sich ablenken kann. Fang sie (und somit die Gedanken) wieder ein, indem du sie niederschreibst.

Ab nächster Woche werde ich auf den Punkt  “Experimentiere”  genauer eingehen,  konkrete Vorschläge und Anregungen geben, Einstiege in das therapeutische, in das kunsttherapeutische Schreiben, Beispiele und Vertiefungen. Stay tuned.

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