Pionierinnen

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Die Anfänge der Kunsttherapie in Österreich sind jüdisch. Und sie sind weiblich.

Friedl Dicker-Brandeis kam in Theresienstadt um und Edith Kramer ging ins Exil nach Amerika. Heute weit über 90 kam sie einmal im Jahr nach Österreich zurück und malte einen Sommer lang nur, war einen Sommer lang nur Künstlerin.)
Friedl-Dicker Brandeis hat erst in Wien bei Johannes Itten studiert ist ihm dann nach Weimar ins Bauhaus gefolgt, hat dann als Künstlerin und Designerin in Berlin und Prag gelebt.
“I remember thinking in school how I would grow up and would protect my students from unpleasant impressions, from uncertainty, from scrappy learning,” Friedl Dicker-Brandeis wrote to a friend in 1940. “Today only one thing seems important — to rouse the desire towards creative work, to make it a habit, and to teach how to overcome difficulties that are insignificant in comparison with the goal to which you are striving.“ 

Sie ist mit ihrem Mann ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden und hat dort mit Kindern kunsttherapeutisch gearbeitet – bevor es diese Bezeichnung – Kunsttherapie – gab: Sie wollte es ihnen ermöglichen, über die Kunst ihre Emotionen, Ängste, ihre Situation zu verarbeiten. Als ihr Mann nach Ausschwitz verlagert wurde, hat sie sich freiwillig gemeldet, ihm zu folgen und hat es davor geschafft, die in der Kunsttherapie entstandenen Zeichnungen der Leiterin des Mädchenhauses, Raja Engländerova zu geben. Sie starb in Birkenau 1944. Von den 660 Kindern, von denen die Zeichnungen stammen, wurden 550 umbegracht.
Die geretteten Zeichnungen wurden 1999 in Wien im Simon Wiesental Zentrum gezeigt. Den Ausstellungskatalog habe ich mir besorgt, als ich Jahre später Friedl-Dicker-Brandeis entdeckte. Es gab ihn nur mehr auf englisch. 

Die jungen Wilden der Psychoanalyse trafen sich damals am Grundelsee.
Edith Kramer hat bei Kunstunterricht bei Friedl-Dicker-Brandeis genommen und ist ihr später nach Prag gefolgt um mit ihr dort als Kunsttherapeutin mit Kindern politischer Flüchtlinge zu arbeiten.
1938 ist sie nach Amerika geflohen, wo sie als Kunsttherapeutin und Künstlerin arbeitete. 

Edith Kramer ist, wie erst jetzt bekannt wurde, im Jänner mit 97 Jahren in Grundelsee gestorben. 

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